Hallo Max Mustermann,
Brasilien und Deutschland möchten bei der Erschließung und Lieferung von Rohstoffen stärker zusammenarbeiten, das verkündeten die Regierungschefs Luiz Inácio Lula da Silva und Friedrich Merz im Umfeld der weltgrößten Industriemesse in Hannover im April. Brasilien verfügt unter anderem über kritische Mineralien wie Kobalt und Kupfer sowie das zweitgrößte Vorkommen von Seltenen Erden, übertroffen nur von China. Ohne diese Rohstoffe läuft kein Smartphone, fährt kein E-Auto, dreht sich kein Windrad. Für die dringend benötigte Energiewende sind sie elementar.
Industrieländer sind auf kritische Mineralien angewiesen, für Länder des Globalen Südens stellt der Export weiterhin eine wichtige Einnahmequelle dar. Doch während viele vom hunderte Milliarden Dollar schweren, wachsenden Markt profitieren, schuften Arbeiter*innen in den Minen weiterhin unter ausbeuterischen Bedingungen. Der Bergbau verschärft Konflikte und zerstört sowohl Naturschätze als auch die Gesundheit der Anwohner*innen. In unserem aktuellen Schwerpunkt zeigen die Autor*innen: Der globale Handel mit Ressourcen reproduziert weiterhin koloniale Muster – aber Länder wie Bolivien und Burundi wehren sich dagegen. Sie versuchen, mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.
Auch Brasiliens Präsident machte in Hannover klar: Sein Land habe nicht vor, sich auf die Rolle als Ressourcenlieferant reduzieren zu lassen. Vielmehr sei ein Technologietransfer nötig, damit Rohstoffe noch in Brasilien verarbeitet werden könnten. Gelänge endlich eine fairere Verteilung der globalen Schätze, käme das für die Menschen am kargen Ende der Lieferkette jedenfalls keinen Moment zu früh. Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu |
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Herzliche Grüße,
Jörg Döbereiner Chef vom Dienst bei E+Z |
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Was kosten uns die Technologien von morgen?
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© picture alliance/Xinhua News Agency/Zheng Yangzi
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DR Kongo: Mineralien für den Frieden – oder Krieg um Mineralien?
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Das von den USA vermittelte sogenannte „Mineralien-für-Frieden“-Abkommen verspricht, die Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo zu beenden. Für unsere Autoren Ezra Moïse Amisi und Bossissi Nkuba stellt sich mit Blick auf die Kolonialzeit vor allem die Frage, ob es für die kongolesische Bevölkerung eine Zukunft ohne Bergbau geben kann – und wer diese Zukunft gestalten wird.
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Burundis Kampf für Gerechtigkeit im Bergbau
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Mireille Kanyange, E+Z-Autorin aus Burundi, wirft einen Blick auf die Bemühungen ihres Landes, von seinen enormen Bodenschätzen zu profitieren. Burundi setzte unter anderem die Aktivitäten internationaler Unternehmen vorübergehend aus, um fairere Bedingungen zu erwirken. |
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Wie Elektroschrott Indiens Versorgung mit Seltenen Erden sichern soll
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betrug der Rückgang der deutschen öffentlichen Entwicklungsleistungen (official development assistance, ODA) im Jahr 2025 – und dennoch steht Deutschland nun an der Spitze der ODA-Geber. Das liegt vor allem daran, dass die USA als vorheriger Spitzenreiter ihre Entwicklungsleistungen noch viel drastischer zurückgefahren haben – nämlich um rund 57 %. Dass Deutschland trotz drastischer Kürzungen zum weltweiten größten Geber aufgestiegen ist, nennt Bodo Ellmers vom Global Policy Forum Europe in diesem Devex-Artikel „symptomatisch für den desolaten Zustand des Systems der Entwicklungszusammenarbeit“.
Nachdem in den Jahren zuvor bereits Kürzungen erfolgten, ging das ODA-Volumen in OECD-Geberländern allein im letzten Jahr insgesamt um 23 % zurück. Obwohl 26 von 34 OECD-Geberländern Kürzungen verzeichneten, waren 95,7 % des Rückgangs auf Kürzungen in Frankreich, Deutschland, Japan, dem Vereinigten Königreich und den USA zurückzuführen.
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Mit dem Abkommen über Fischereisubventionen der Welthandelsorganisation (WTO) ist im September letzten Jahres erstmals ein WTO-Abkommen mit explizitem Nachhaltigkeitsfokus in Kraft getreten, nachdem es von zwei Dritteln der Mitgliedsstaaten ratifiziert wurde. Das Abkommen zielt in erster Linie darauf ab, schädliche Subventionen einzudämmen, die Überfischung und illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei begünstigen. Bindend ist das Abkommen nur für Staaten, die es ratifiziert haben. Zu diesen gehören jedoch einige der größten Subventionierer weltweit, darunter die EU, China und die USA. Andere wichtige Akteure in der Fischerei, etwa Indien und Indonesien, sind allerdings nicht dabei.
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| Was uns außerdem interessiert hat |
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Diese beiden Texte aus Africa Is A Country führen mitten hinein in eine alte urbane Grundsatzfrage: Wer „verdient“ die Stadt – und wer bestimmt, wie sie aussehen soll? Claire Mercer zeigt am Beispiel Daressalams, wie koloniale Stadtplanung bis heute nachwirkt. Negative Zuschreibungen von Begriffen wie uswahilini (arme, schlecht versorgte Viertel; ursprünglich benutzt für Viertel der afrikanischen Bevölkerung) zementieren soziale Hierarchien. Mittelklassen ziehen an den Stadtrand, investieren in Land – und fürchten zugleich, dass die „falsche“ Stadt ihnen folgt. April Zhu blickt auf Nairobis Viertel Ngara, in der Kolonialzeit für die indische Gemeinschaft vorgesehen und dann zunehmend marginalisiert. Nun lockt ein Redevelopment-Projekt mit Kultur, Design und „Creative Economy“-Vokabular – und wirft damit genau die Frage auf, die auf jeder Party in den neuen, hippen Locations im Raum steht: Revitalisierung für wen? Der Text zeigt, wie Kapital Orte, die eigentlich durchaus lebendig sind, als „untergenutzt“ markiert, um sie neu verwertbar zu machen – und wie Erinnerungen, Mieten und Macht dabei kollidieren. Übrigens: In unserer Februar-Ausgabe stellten wir uns die Frage, was eine Stadt lebenswert macht. Hier geht es zum Heft.
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Das Journalismus-Netzwerk „Forbidden Stories“ hat Zugang zu einem umfangreichen Datenleck zum russischen Desinformationsnetzwerk erhalten. Rund 90 russische Agent*innen, PR-Berater*innen und Wahlkampfstrateg*innen sind in mehr als 30 Ländern des Globalen Südens tätig, verdeckt gesteuert vom russischen Auslandsgeheimdienst. Ihr Ziel ist nicht die traditionelle Lobbyarbeit, sondern die Schaffung einer desinformierten öffentlichen Sphäre bei gleichzeitiger systematischer Diskreditierung von unabhängigen Medien, UN-Missionen, NGOs und westlichen Regierungen. Ein zentrales Ziel ist es laut den Recherchen, „den afrikanischen Raum neu zu gestalten und einen Gürtel aus der Russischen Föderation freundlich gesinnten Regimes zu schaffen“. Und es sieht so aus, als funktioniere das bereits: Interne Dokumente deuten darauf hin, dass die russische Beteiligung an der Gründung der Allianz der Sahelstaaten (AES) – der offiziellen Partnerschaft der Militärregime von Mali, Niger und Burkina Faso – weitaus umfangreicher war als angenommen.
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| Ohne Beziehungen fährt hier nichts |
Südafrikas Minibus-Taxi-Branche ist das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Das ist in sehr vielen afrikanischen Ländern ganz ähnlich: Informelle Minibusse, Sammeltaxis und Motorradtaxis bringen täglich Millionen Menschen zur Arbeit, zur Schule und nach Hause. Umso spannender (und politisch heikel) ist, dass dieser riesige Sektor laut einem Beitrag in The Conversation weniger über Verträge und klare Regulierung funktioniert als über soziale Bindungen: Vertrauen, Netzwerke und ungeschriebene Regeln.
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Die Alexander Rave Stiftung fördert Aufenthalte von Kulturtätigen aus DAC-Ländern in deutschen Kultureinrichtungen – wie Museen, Galerien und Forschungseinrichtungen – zwischen Februar und Dezember 2027. Die Bewerbung steht Kurator*innen, Restaurator*innen, Vermittler*innen und Kulturmanager*innen offen und erfordert ein konkretes mit der Gastinstitution erarbeitetes Vorhaben. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören kulturelle Teilhabe, Nachhaltigkeit, diskriminierungsfreie Räume und dekoloniale Arbeitsweisen. Bewerbungsfrist: 30. Juni
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Das Featured-Grants-Programm von Together Women Rise stellt 35.000–50.000 Dollar über zwei Jahre für Organisationen bereit, die die Gleichstellung von Frauen und Mädchen in einkommensschwachen Gemeinschaften im Globalen Süden voranbringen. Zusätzlich stellt Together Women Rise monatlich eine geförderte Organisation vor und bewirbt sie über die eigenen Kommunikationskanäle. Antragsberechtigt sind Organisationen mit einem Jahresbudget von mindestens 100.000 Dollar. Bewerbungsfrist: 5. Juni
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