Hallo Max Mustermann,
während die iranische und die US-Regierung in den letzten Wochen noch über ein Abkommen verhandelten, sind in vielen Ländern die Energie- und Benzinpreise explodiert. Sowohl in Kenia als auch auf den Komoren sind bei Protesten gegen die hohen Spritpreise Menschen gestorben, auch in Mosambik und Marokko gingen Menschen auf die Straße.
Die Blockade der Straße von Hormus hat die Weltwirtschaft ins Mark getroffen. Sie zeigt schmerzlich die Engpässe und Verwundbarkeit des internationalen Handelssystems. Und Expert*innen warnen: Mit einer Öffnung der Schiffspassage ist die Krise noch längst nicht ausgestanden.
Die Nahrungsmittelpreise steigen bereits, was vor allem Importeure in Afrika und Asien trifft. Hinzu kommt der Engpass bei Düngemitteln, der sich auf die diesjährige Ernte auswirken könnte. Ein großer Teil des globalen Stickstoffdüngers wird in den Golfstaaten hergestellt, weil die Produktion so energieintensiv ist. Die weltweite Inflation dürfte noch anhalten. Man mag kaum darüber nachdenken, dass ausgerechnet in dieser Situation die Gelder für humanitäre Hilfe drastisch gekürzt wurden. Die weltweite Krise trifft aber nicht alle Länder gleich. Nigeria etwa steht dank seiner lokalen Öl-Raffinerie besser da als seine Nachbarn, und einige ostafrikanische Länder überlegen nun ebenfalls einen Raffineriebau. Die brasilianische Regierung wurde letztes Jahr kritisiert, weil sie zwar einerseits den globalen Tropenwaldfonds vorantrieb, andererseits aber auch Ölbohrungen an der Amazonas-Mündung genehmigte. Heute zahlt sich diese vermeintlich widersprüchliche Strategie zumindest ökonomisch aus: Während die Öl- und Gaslieferungen aus den Golfstaaten unterbrochen sind, profitieren all jene, die selbst fossile Energie produzieren und exportieren.
Doch auch wenn die Weltwirtschaft heute noch auf fossile Energie angewiesen ist, bleibt es dabei: Langfristig sind Klimaschutz und erneuerbare Energien der einzige Weg in eine lebenswerte und sichere Zukunft. Das wird durch die aktuelle Krise sogar noch deutlicher. Nicht nur für Energiesicherheit, auch für Nahrungssicherheit müssen wir unabhängig von Öl und Gas werden.
Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu |
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Herzliche Grüße,
Eva-Maria Verfürth Chefredakteurin bei E+Z |
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Ostafrika debattiert eine Raffinerie, während die Energiewende drängt
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In Ostafrika dreht sich die Debatte um Energiesicherheit derzeit um eine neue regionale Raffinerie, die von Afrikas reichstem Mann und einer Gruppe ehrgeiziger Staatschef*innen vorangetrieben wird. Und das zu einer Zeit, in der grüne Energie und Klimaresilienz eigentlich ganz oben auf der Tagesordnung stehen sollten – doch welche anderen Optionen gibt es?
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© picture alliance/Visually/Cristian Martin
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Europa orientiert sich um: Energie kommt bald auch aus Lateinamerika
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Andreas Stamm vom Thinktank IDOS und Verónica Robert von der Universidad Nacional de San Martín in Argentinien blicken für E+Z auf die Verschiebung von Lieferketten, ausgelöst durch den Krieg im Nahen Osten. Die ganze Welt sucht nach Auswegen aus dem Energieengpass; Deutschland etwa schaut unter anderem nach Lateinamerika.
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Fußball: Mehr als nur ein Spiel |
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| der afrikanischen Bevölkerung werden bis 2050 in Städten leben. Während ein solcher Zuwachs urbaner Räume oft vor allem mit Herausforderungen verbunden wird, eröffnet er zugleich die Chance, Metropolen von Grund auf nachhaltig und inklusiv zu gestalten – vorausgesetzt, politische Entscheidungsträger*innen handeln rechtzeitig und vorausschauend. Darauf weist die feministische Stadtökonomin Astrid R. N. Haas in einem Beitrag für The Conversation hin. Entscheidend sei dabei, Städte als zentrale Motoren des Wirtschaftswachstums zu begreifen und entsprechende Strategien für Finanzierung und Investitionen zu entwickeln. Ein Vorteil afrikanischer Städte liege darin, aus den Fehlern anderer Kontinente lernen zu können. Wie wir städtisches Leben in Zukunft lebenswert gestalten können, haben wir bereits im Schwerpunkt unserer Februar-Ausgabe beleuchtet. |
Als erstes Land in Südostasien hat Vietnam im März ein umfassendes KI-Gesetz verabschiedet. Ziel ist es, einen Regulierungsrahmen zu schaffen, der eine weitreichende staatliche Aufsicht vorsieht und gleichzeitig Innovationen fördert. Kern des Gesetzes ist ein Ansatz, der KI-Systeme in niedriges, mittleres und hohes Risiko einteilt, wobei risikoreiche Anwendungen strengeren Anforderungen unterliegen.
Ein weiteres zentrales Prinzip ist die Betonung menschlicher Kontrolle; demnach müssen Menschen bei wichtigen Entscheidungen die Verantwortung tragen. Darüber hinaus schreibt das Gesetz eine klare Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten vor, während es schädliche Anwendungen wie Deepfakes und illegale Inhalte sowie „Bedrohungen der nationalen Sicherheit“ explizit verbietet. Gleichzeitig warnten kritische Stimmen bereits in der Vergangenheit davor, dass weit gefasste Bestimmungen wie diese auch zur Einschränkung politischer Meinungsäußerung genutzt werden könnten.
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| Was uns außerdem interessiert hat |
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Eine neue Methode zur Messung des Wohlbefindens
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Was ist ein „gutes Leben“? Der Psychologe Victor Counted betrachtet die Frage jenseits von Geld und Status – und schaut etwa auf Sinn, Gesundheit, tragfähige Beziehungen und das Gefühl, eingebettet zu sein. Anhand großer Datensätze zeigt er so, wie sehr das gängige „Afrika hängt hinterher“-Narrativ wackelt, sobald man nicht nur aufs Einkommen schaut. In einem Ranking ohne finanzielle Indikatoren landet Nigeria global weit vorn (Stärken bei sozialem Zusammenhalt oder Hilfsbereitschaft). Kenia und Ägypten schneiden ebenfalls relativ hoch ab. Ostafrika punktet in Counteds Auswertungen grundsätzlich bei sozialem Wohlbefinden, Westafrika bei positiven Emotionen. Die Pointe: Entwicklung lässt sich messen – aber vielleicht nicht nur in Dollar.
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Wo man rennen lernt, bevor man laufen kann
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Wie erzählt man Alltag in einer Stadt, in der Schüsse zum Soundtrack gehören? Der Guardian porträtiert den kongolesischen Künstler Edizon Musavuli (31), der mit Comics und Cartoons die Realität in Goma sichtbar macht – einer Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die seit Jahren von Krieg und Konflikt geprägt ist. Sein erster Comic „Baraka and the Unpredictable Life of Goma“ (veröffentlicht in The Continent) folgt einem Jungen durch einen Tag voller falscher Abbiegungen, Banditen, Schweigen am Küchentisch – und über allem bleierne Unsicherheit, die jede Routine frisst. Musavuli sagt, er sei kein Aktivist. Trotzdem ist seine Kunst politisch, weil sie zeigt, was sonst untergeht: Menschen, die „lernen zu rennen, bevor sie laufen“. Damit sind seine Werke eine Erinnerung daran, dass Kultur kein Luxus oder Zeitvertreib ist, sondern gerade in verzweifelten Situationen essenziell. Wenn einen nur zwei Leute hören, zähle es schon, sagt Musavuli.
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In unregelmäßigen Abständen stellen wir in dieser Rubrik kleine Projekte vor, die auf Gemeindeebene etwas bewegen – denn wirkungsvolles Engagement vor Ort ist ebenso wichtig wie große internationale Entscheidungen.
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Die Community Care Foundation Uganda (CCFU) ist eine von jungen Menschen geführte Organisation in der Region Masaka. Sie unterstützt Kinder, junge Menschen und Frauen dabei, ihre Lebensperspektiven zu verbessern. CCFU setzt auf Bildung, Stärkung von Selbstvertrauen und Rechten sowie berufliche Fähigkeiten, damit Jugendliche Chancen auf Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben bekommen.
In der Arbeit vor Ort verbindet CCFU mehrere Themen, die in Uganda eng zusammenhängen: Aufklärung zu sexueller und reproduktiver Gesundheit (inklusive HIV-Prävention), mentale Gesundheit, Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Verhaltensänderung durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Außerdem engagiert sich das Team für Umwelt- und Klimaschutz in den Gemeinden.
Um mehr Menschen in Masaka zu erreichen, sucht CCFU finanzielle Unterstützung und Partnerschaften.
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Der Ayni Fund 2026 unterstützt Projekte indigener Frauenorganisationen in den Bereichen wirtschaftliche Stärkung, Klimagerechtigkeit, Land- und Ressourcenrechte, Gesundheit, politische Teilhabe sowie den Erhalt indigener Kulturen und Wissenssysteme. Vergeben werden Förderungen zwischen 5000 und 50.000 Dollar für Projekte mit einer Laufzeit von 12 bis 18 Monaten; zusätzlich zur finanziellen Förderung erhalten die ausgewählten Organisationen fachliche Beratung und Unterstützung bei der Projektumsetzung. Bewerbungsfrist: 30. Juni
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Das UNAOC Young Peacebuilders Programme (YPB9) ist ein vollständig finanziertes Trainings- und Leadership-Programm für junge Menschen aus dem Südkaukasus und Zentralasien, das Online-Lernen, einen Präsenz-Workshop sowie die Entwicklung gemeinschaftsbasierter Friedensprojekte kombiniert. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, Frieden, interkulturellen Dialog und sozialen Zusammenhalt zu fördern und dabei Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung und gewalttätigen Extremismus zu bekämpfen. Bewerbungsfrist: 31. Juli
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