Hallo Max Mustermann,
wir alle kennen die romantisierten Gründungsgeschichten der Silicon-Valley-Superreichen: „Einfache“ Studenten (es sind meistens Männer) haben eine geniale Idee, tüfteln sie in ihrem Wohnheim oder in der Garage aus, nur um dann Meta, Apple, Google oder Microsoft zu gründen. Geniale Idee, große Vision, Milliardenbewertung: Sie werden in der Wirtschaftswelt als die Helden unserer Zeit gefeiert.
Dabei ist das Ergebnis längst nicht immer heldenhaft: Denken wir nur daran, welche fatalen Auswirkungen etwa die Algorithmen von Meta und X auf die Informationswelt haben.
Die wahren Vorzeigegeschichten aus dem Start-up-Bereich verlaufen meist ohne Milliardenbewertung, finden an anderen Orten statt – und werden kaum erzählt. Insbesondere im Globalen Süden schließen innovative Unternehmen echte Versorgungslücken und springen ein, wo der Staat es nicht schafft. Es sind Unternehmen von Gründer*innen, die nicht nur an Profit interessiert sind, sondern die mit ihren Geschäftsideen vor allem Probleme lösen möchten.
Auch ihre Geschichten beginnen mit innovativen Ideen, die oft zuhause oder an der Universität entstanden. In unserer aktuellen Ausgabe lesen Sie unter anderem von Imma Guixe aus Äthiopien, die zuhause an einer Nähmaschine wiederverwertbare Menstruations-Hygieneprodukte entwickelte, und von Romita Ghosh in Indien, die mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz gegen Unterernährung kämpft. Weshalb die Länder des Globalen Südens als Investitions- und Wachstumsmarkt unterschätzt werden, erklärt eine Fonds-Managerin im Interview mit E+Z.
Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu |
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Herzliche Grüße,
Eva-Maria Verfürth Chefredakteurin bei E+Z |
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| Wie junge Unternehmen Wandel gestalten |
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Syriens Start-ups: Innovation aus den Trümmern
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Romita Ghosh nutzt KI im Kampf gegen Unterernährung
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© picture alliance/Fotostand/Herber
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„Kapital ist nicht neutral“
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Auf diesen Tag fiel 2026 der Fat Cat Day: der Tag, an dem die CEOs der 100 im wichtigsten britischen Aktienindex gelisteten Unternehmen bereits mehr verdient hatten als ein*e durchschnittliche*r Arbeiter*in im ganzen Jahr. Das geht aus Berechnungen des Thinktanks High Pay Centre hervor. Demnach liegt das Median-Gehalt der CEOs bei rund 1780 Dollar pro Stunde.
Unter der Annahme, dass die Bosse 62,5 Stunden pro Woche arbeiten, hatten sie damit schon am Vormittag des dritten Arbeitstags in diesem Jahr das jährliche Median-Einkommen durchschnittlicher Arbeiter*innen übertroffen.
In Ländern wie Brasilien ist die Kluft sogar noch größer: Laut einer gemeinsamen Analyse von Oxfam und dem Internationalen Gewerkschaftsbund müsste ein*e durchschnittliche*r Arbeitnehmer*in hier 490 Jahre arbeiten, um das Jahresgehalt eines CEOs zu verdienen. |
Während der Rest der Welt noch immer versucht, die in früheren Jahren festgelegten Klimaziele zu erreichen, ist das Himalaya-Land Bhutan seiner Zeit voraus. Dank seines konsequenten Festhaltens an der eigenen Verfassung und seines Engagements für das Wohlergehen seiner Bürger*innen ist es Bhutan gelungen, das erste Land der Welt zu werden, das CO₂-negativ ist. Da seine Gründungsgesetze vorsehen, dass 60 % der Landesfläche für die Forstwirtschaft erhalten bleiben müssen, hat das Land ideale Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung niedriger CO₂-Werte geschaffen.
Darüber hinaus betrachtet seine nationale Philosophie, das „Bruttonationalglück“ (Gross National Happiness, GNH), ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung als sich ergänzende Ziele und nicht als konkurrierende Prioritäten. Bhutan arbeitet mit einer erweiterten Definition von Fortschritt und bezieht auch ein, was andernorts als Einschränkung angesehen wird. Somit hat das Land gezeigt, dass ein inklusiverer Ansatz zu größerem Erfolg führen kann. |
| Was uns außerdem interessiert hat |
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Seien Sie ehrlich: Wie oft haben Sie den Song bei dieser WM schon gehört?
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„Waka Waka (This Time for Africa)“ von Shakira featuring Freshlyground ist die Gute-Laune-Hymne jeder Fußball-Weltmeisterschaft – mit einer alles andere als gut gelaunten Hintergrundgeschichte: Der Journalist Tim Cohen geht der Frage nach, wie „Waka Waka“ zum Durchbruchshit der WM 2010 in Südafrika wurde – und warum die versprochenen Spendeneinnahmen nach wie vor im Dunkeln bleiben. Cohen verweist auf eine frühe E-Mail von Sony Music, in der die Veröffentlichung als Wohltätigkeitsprojekt dargestellt wurde: „Alle Nettogewinne“ sollten an afrikanische Wohltätigkeitsorganisationen gehen, wobei die teilnehmenden Künstler*innen angeblich bei der Auswahl der Begünstigten mitwirken sollten. Die südafrikanische Band Freshlyground gibt an, nie gefragt worden zu sein – und dass weder Sony noch die FIFA trotz jahrelanger Anfragen eine klare Aufschlüsselung der Einnahmen vorgelegt hätten. Unterdessen macht die Langlebigkeit des Songs (Milliarden von Aufrufen, anhaltende Streams) die unbeantwortete Frage umso brisanter.
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Lieferketten, die Armut produzieren – und drei Wege, den Kreislauf zu durchbrechen
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Weltweit lebt immer noch etwa jede*r fünfte Erwerbstätige in Armut – und dieser Beitrag in „The Conversation“ argumentiert, dass ein wesentlicher Grund dafür in der Struktur globaler Lieferketten liegt. Mächtige führende Unternehmen (Supermärkte, globale Marken) legen Preise und Bedingungen fest. Lieferanten bleiben wettbewerbsfähig, indem sie den einzigen „flexiblen“ Kostenfaktor senken, den sie kontrollieren können: die Arbeitskosten. Der Artikel ergänzt eine unbequeme Erkenntnis: Gut gemeinte Standards und Zertifizierungssysteme können nach hinten losgehen, wenn sie die Kosten der Produzenten erhöhen, ohne dass die Käufer*innen mehr bezahlen – was landwirtschaftliche Betriebe und Fabriken zu mehr Saisonarbeit, höherer Arbeitsbelastung und weniger Sozialleistungen treibt (Südafrikas Obstexport dient als warnendes Beispiel).
Der konstruktive Teil besteht aus drei Fallstudien, die einen anderen Weg aufzeigen: Nandos PERi Farms (Chili-Kleinbauern in Malawi, Simbabwe und Mosambik), Mountain Harvest (Kaffeeanbau in Uganda mit Fokus auf weiblichem Saisonpersonal in der Sortierung) und Fair Trade in Tourism (Südafrika) zeigen, dass Fortschritt durch eine gerechtere Wertverteilung und langfristige Partnerschaften entsteht. Kurz gesagt: Existenzsichernde Löhne sind möglich – aber nur, wenn sich die Praktiken ändern.
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Während die Temperaturen weltweit weiter steigen, hat Südafrika laut einem Bericht des Guardian ein ungewöhnliches Mittel gefunden, um sich an extreme Hitze anzupassen: Dachfarbe. HeatNexus, ein Netzwerk von Forschungsprojekten, hat die Vorteile von infrarotreflektierender Farbe für die Kühlung von Häusern nachgewiesen.
Es ist belegt, dass die Farbe Häuser während der heißesten Tageszeiten um drei bis vier Grad kühler hält. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen sind erheblich. Kühlere Häuser können die Schlafqualität verbessern und die mit Schlafstörungen verbundenen Gesundheitsrisiken verringern, wie beispielsweise psychische Beeinträchtigungen und eine erhöhte Anfälligkeit für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese einfache und kostengünstige Maßnahme trägt bereits dazu bei, das Wohlbefinden gefährdeter Bevölkerungsgruppen während der heißesten Zeit des Jahres zu verbessern.
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Das Western Union Global Fellowship ist ein vollfinanziertes, 16‑wöchiges Förderprogramm für Unternehmer*innen und Community Leader in den USA, Costa Rica, Indien, den Philippinen, Litauen, Argentinien, Italien, Brasilien und Peru. Teilnehmen können Menschen, die marginalisierte, geflüchtete oder zwangsvertriebene Communities unterstützen oder selbst aus diesen Communities kommen. Die Fellows erhalten Trainings und Mentoring und setzen als Kernbestandteil einen ein- bis dreitägigen praxisorientierten Workshop für ihre lokale Community um. |
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Der AI for Good Global Summit 2026 der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) findet vom 7. bis 10. Juli 2026 in Genf statt. Dort kommen Regierungen, UN-Organisationen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um zu diskutieren, wie KI konkret zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen kann Darüber hinaus sollen Kompetenzen, Standards und Partnerschaften ausgebaut werden. |
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