Hallo Petra Karg,
vor genau zehn Jahren begann die Umsetzungsphase der UN-Nachhaltigkeitsziele. Vorausgegangen war ein historischer Schritt: In der Agenda 2030 einigten sich alle 193 UN-Mitgliedstaaten darauf, gemeinsam eine Welt zu gestalten, in der alle Menschen gut leben können. Heute wissen wir, dass die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 nicht erreicht werden. Hinzu kommt, dass sie zunehmend selbst zur Zielscheibe werden. Weltweit verbünden sich Kräfte, die internationale Vereinbarungen torpedieren wollen.
Als wir über den Titel dieser Ausgabe nachdachten, haben wir deshalb zwei unterschiedliche Ideen diskutiert: „Das Ziel: eine bessere Welt“ und „Die Welt ist nicht auf Kurs“. Entschieden haben wir uns für Ersteres – denn gerade angesichts der Rückschläge darf die Weltgemeinschaft diese Vision nicht aus den Augen verlieren. In unserer Monatsausgabe blicken wir daher auf drei Länder, die in ihrer jeweiligen Region die größten Fortschritte bei der Umsetzung der SDGs verzeichnen konnten: Nepal, Peru und Usbekistan. Zudem nehmen wir Deutschland kritisch in den Blick, das im SDG-Ranking weit vorne steht. Der Jahresbeginn ist traditionell die Zeit der guten Vorsätze. Eine bessere Zukunft für alle – das sollte auf der ganzen Welt unser guter Vorsatz bleiben.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu |
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Herzliche Grüße,
Eva-Maria Verfürth Chefredakteurin bei E+Z |
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Aktuelle Ausgabe:
Das Ziel: eine bessere Welt |
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© picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Andre Penner
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„Die Nachhaltigkeitsziele gehören zum Feindbild“
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Imme Scholz, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung, hat leitend an der Erarbeitung des letzten Global Sustainable Development Report mitgewirkt. Sie sagt im E+Z-Interview: Die harten Gegner der Agenda 2030 sind zwar in der Minderheit – aber beim politischen Widerstand gegen die SDGs und multilaterale Kooperation geht es nicht mehr nur um Vorbehalte gegen Veränderungen, sondern um deren vollständige Aushebelung.
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© picture alliance/Xinhua News Agency/Sulav Shrestha
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Träume von wirtschaftlicher Blüte und nachhaltiger Entwicklung
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In den letzten zehn Jahren hat Nepal in Ost- und Südostasien die größten Fortschritte im Hinblick auf die SDGs erzielt. Damit das Land, das wiederholt von Naturkatastrophen und zuletzt von politischen Unruhen heimgesucht wurde, die SDGs bis 2030 erreichen kann, benötigt es jedoch zusätzlich 9 Milliarden Dollar pro Jahr. |
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© picture alliance/Anadolu/Bahtiyar Abdulkerimov |
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Wie Usbekistan rasche Fortschritte bei den SDGs erzielt hat
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Usbekistan liegt weltweit auf Platz fünf, was seine Bemühungen zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) für den Zeitraum 2015–2024 angeht. Das Land hat einen langen Weg hinter sich, weg von Diktatur, staatlich kontrollierter Landwirtschaft und Armut. Wie hat es das geschafft – und wird es diesen Kurs beibehalten? |
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Todesfälle im Zusammenhang mit militanten islamistischen Gruppen wurden in den letzten zehn Jahren in Afrika verzeichnet, wie das Africa Center for Strategic Studies berichtet, das zum US-Verteidigungsministerium (unter Trump: Kriegsministerium) gehört. Die meisten dieser Opfer entfielen auf Somalia und die Sahelzone, und die Zahlen steigen: Von Sommer 2024 bis Sommer 2025 fielen 22.307 Menschen in Afrika militanter islamistischer Gewalt zum Opfer. Laut dem Report haben militante Gruppen ihre territoriale Kontrolle auf rund 950.000 Quadratkilometer ausgeweitet, was etwa der Größe Tansanias entspricht.
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Endlich mal wieder ein Sieg für die internationale Zusammenarbeit: 20 Jahre wurde über das sogenannte UN-Hochseeabkommen verhandelt. Nachdem 59 von 60 benötigten Ländern schon lange an Bord waren, führten die Ratifizierungen von Marokko und Sierra Leone im September dazu, dass das Abkommen nun in Kraft treten kann.
Es regelt den Schutz der Hochsee, die außerhalb der nationalen Wirtschaftszonen liegt und rund zwei Drittel der Weltmeere umfasst. Somit können die Vertragsstaaten nun Schutzgebiete auf der Hochsee ausweisen, in denen schädliche Aktivitäten wie Fischerei, Rohstoffabbau oder Schifffahrt eingeschränkt werden. Obwohl das Abkommen rechtlich nur für Vertragsstaaten bindend ist, setzt es erstmals weltweit anerkannte Standards für den Schutz der Hochsee und entfaltet politischen, wirtschaftlichen und normativen Druck – auch auf außenstehende Staaten.
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| Was uns außerdem interessiert hat |
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Kleiner Ausblick: Unsere zweite Ausgabe im neuen Jahr widmet sich Städten und urbanen Innovationen. Zur Einstimmung empfehlen wir zwei Geschichten aus Kenia. Wanjira Mathai – Umweltaktivistin und Tochter der Friedensnobelpreisträgerin und Naturschutzpionierin Wangari Maathai – beschreibt, was nötig ist, um Afrikas rasant wachsende Metropolen ökologisch und sozial nachhaltig zu gestalten. Ein Beitrag von Voice of America stellt ein Experiment vor, das eine Antwort gefunden zu haben glaubt: Tatu City, eine selbsternannte „Start-up-Stadt“ vor den Toren Nairobis. Sie wirkt wie eine parallele Welt mit eigenen Wirtschaftsregeln als ausgewiesene Sonderwirtschaftszone, einer Verkehrsordnung, die ernst genommen wird, sauberem öffentlichen Raum und funktionierender Infrastruktur. Rund 5000 Menschen leben dort, eine Einzimmerwohnung kostet etwa 45.500 Dollar – unerschwinglich für die meisten Kenianer*innen, aber erreichbar für Teile der wachsenden Mittelschicht.
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Wie wirken sich die massiven globalen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit konkret aus – und welche neuen Wege entstehen vor Ort? Diese Fragen standen im Zentrum des Workshops “Beyond Budget Cuts: From Lived Experience to Shared Roadmaps”, organisiert von Vice Versa Global gemeinsam mit der University of Nairobi, Radboud University, der Kenya Community Development Foundation und Impact Kenya. E+Z-Redakteurin Katharina Otieno und E+Z-Autorin Alba Nakuwa waren vor Ort an der Uni Nairobi und tauschten mit anderen Medienschaffenden, EZ-Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen und Community-Organisationen Erfahrungen und Perspektiven aus.
Die Diskussionen reichten von den bereits stark spürbaren Folgen schrumpfender Budgets über anhaltende Machtasymmetrien bis hin zu lokalen Innovationsansätzen und der Zuwendung zu neuen Partnern abseits des Westens. Das nun veröffentlichte Paper fasst zentrale Ergebnisse und Spannungsfelder zusammen und zeigt, wie Akteure in verschiedenen Sektoren auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Hier geht es zur Publikation.
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Dieser Artikel des Projekts Megatrends Afrika wirft einen Blick auf die Medienlandschaft in Afrika und zeigt unter anderem am Beispiel Ugandas, wie schnell unabhängige Berichterstattung ins Wanken geraten kann, wenn die Finanzmittel versiegen und Redaktionen kaum Alternativen haben. Der vieldiskutierte Rückzug westlicher Akteure in Afrika eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für China, Russland und andere BRICS-Staaten, die zunehmend Infrastruktur, Inhalte und Trainings anbieten – oft verbunden mit ihren eigenen geopolitischen Interessen und auf Kosten einer faktengetreuen Berichterstattung. Ein Forschungsprojekt des deutschen Erich-Brost-Instituts untersucht diese Verschiebungen und fragt, wie redaktionelle Entscheidungen unter solchen externen Einflüssen getroffen werden. |
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Die Universität Manchester vergibt drei Fellowships an Forschende, die kürzlich ihre Promotion abgeschlossen haben und ein eigenständiges geisteswissenschaftliches Forschungsprojekt realisieren möchten. Die Fellowships beginnen am 1. Oktober 2026 und haben eine Laufzeit von drei Jahren. Bewerben können sich exzellente Nachwuchswissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen, deren Promotion zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Bewerbungsfrist: 16. Januar
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Das Small Grants Programm der Internationalen Klimainitiative (IKI) fördert lokale und regionale Initiativen in den Bereichen Klimaschutz und Biodiversität. Es richtet sich primär an lokale Organisationen in ODA-förderfähigen Ländern mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz zwischen 60.000 und 500.000 Euro.
Einreichungsfrist: 15. Januar
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