Hallo Max Mustermann,
China prägt den Alltag vieler Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern stärker als je zuvor: Sie pendeln mit Fahrzeugen „Made in China“ auf Straßen, die mit chinesischen Krediten finanziert wurden, zu Jobs in Unternehmen, die mit chinesischen Firmen handeln. Pekings Exporte nach Afrika, Lateinamerika, Indien und die ASEAN-Staaten wuchsen auch 2025 deutlich. Und wie D+C-Autor Alphonce Shiundu in unserem neuen Monatsheft analysiert, investieren staatsnahe chinesische Unternehmen zunehmend in die Medieninfrastruktur Afrikas.
Der weiterhin wachsende Einfluss Chinas kann niemanden kalt lassen, dem an freiheitlich-demokratischen Werten gelegen ist. Denn Peking exportiert nicht nur Elektroautos und Solarzellen, sondern auch seine Vorstellung eines autoritären politischen Systems, etwa wenn es darum geht, das Internet auch außerhalb seiner Grenzen stärker unter staatliche Kontrolle zu bringen.
Seine großen Kredite für Baumaßnahmen im Globalen Süden hat Peking in den vergangenen Jahren deutlich zurückgefahren, insbesondere in Afrika. Viele Projekte rechneten sich nicht, nun konzentriert man sich stärker auf ökonomisch tragfähige Vorhaben. Afrikanische Staaten zahlen an China inzwischen mehr zur Tilgung ihrer Schulden, als sie von Peking an frischen Krediten empfangen. Für einige Länder birgt das ernste Risiken.
Menschen weltweit sehnen sich nach Entwicklung und Demokratie. In Lateinamerika gilt das interessanterweise sogar besonders dort, wo China Infrastruktur baut, wie Marcela Ibáñez und Alain Schläpfer berichten. Demokratische Staaten sollten diesen Menschen die beste Alternative bieten. Entwicklungsbudgets zu kürzen, sendet dagegen genau das falsche Signal.
Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu. |
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Herzliche Grüße,
Jörg Döbereiner Chef vom Dienst bei E+Z |
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© picture alliance/dpa/HPIC/Wang Gang
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Chinas Wandel vom sehr armen Land zum Exportweltmeister
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„China hat eine Hauptrolle – doch das Drehbuch muss Afrika schreiben“ |
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Pekings wachsender Einfluss auf afrikanische Medien |
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gewaltsame Konflikte verzeichnete das Konfliktbarometer des Heidelberg Institute for International Conflict Research für das Jahr 2025. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um zwölf Konflikte.
Auf Basis einer Reihe qualitativer und quantitativer Indikatoren dokumentiert das Konfliktbarometer regelmäßig das weltweite Konfliktgeschehen und unterscheidet dabei zwischen nicht gewaltsamen und gewaltsamen Konflikten.
Während die Gesamtzahl der Konflikte 2025 leicht zurückging, nahm innerhalb der gewaltsamen Konflikte auch die Zahl der Kriege – also der höchsten Eskalationsstufe – von 27 auf 28 zu. Mit 13 Kriegen wurde weiterhin ein großer Teil davon in Subsahara‑Afrika ausgetragen.
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Die Deutsche Welle hat eine App entwickelt, die es Nutzer*innen ermöglichen soll, digitale Zensur zu umgehen und auf DW-Inhalte in Ländern zuzugreifen, in denen Teile des Internets eingeschränkt sind. Auch wenn Regierungen ihre Blockademaßnahmen stetig weiterentwickeln, bietet die App eine vergleichsweise robuste Möglichkeit, informiert zu bleiben.
Sie vereint mehrere Funktionen, darunter ein integriertes VPN, keine Übertragung personenbezogener Daten, das Teilen von Artikeln via Bluetooth sowie einen Datensparmodus für Verbindungen mit geringer Bandbreite oder instabilem Netz. Um die Abhängigkeit von App-Stores zu verringern (die blockiert oder überwacht werden können), lässt sich DW Access entweder über Messengerdienste und Bluetooth weitergeben oder direkt unter www.access-unlocked.org herunterladen.
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| Was uns außerdem interessiert hat |
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Uganda: Wenn der Armeechef auf die Stummschalttaste drückt
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Ein Post auf X, ein nächtlicher Truppeneinsatz – und Ugandas führendes unabhängiges Medienhaus war stummgeschaltet. Laut Reporter ohne Grenzen (RSF) ließ Armeechef Muhoozi Kainerugaba, Sohn von Präsident Yoweri Museveni, am 27. Juni die Angebote der Nation Media Group (NMG) dichtmachen: TV-Sender (NTV Uganda, Spark TV), Radios (KFM, Dembe FM) sowie The East African und Daily Monitor, Ugandas meistgelesene Zeitung. Soldaten blockierten Gebäude, der Strom wurde gekappt – ohne offizielle Begründung und offenbar ohne das übliche Verfahren über die Medienaufsicht.
RSF spricht von einer neuen Eskalationsstufe: Der General erklärte offen, er glaube nicht an eine freie Presse, und machte die Wiedereröffnung von seiner persönlichen Zustimmung abhängig. Brisant ist der Kontext: Kurz zuvor hatten NMG-Medien über Festnahmen und Menschenrechtsfälle recherchiert, in denen Kainerugaba eine Rolle spielt. Die Redaktionen arbeiteten über digitale Plattformen weiter – doch die Kanäle blieben bis vor ein paar Tagen suspendiert. Mittlerweile konnte das Medienhaus den Betrieb wieder aufnehmen, da Verhandlungen hinter den Kulissen zwischen dem (tansanischen) Eigentümer der NMG und Kainerugaba offenbar erfolgreich abgeschlossen wurden.
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| Wenn Geld zu Altpapier wird |
Weil die Scheine nach Jahrzehnten ohne Neudruck bis zur Unkenntlichkeit zerfleddert sind, haben im April zuerst einige Geldwechsler, dann Geschäfte und sogar Busfahrer beschlossen: Wir nehmen keine Somali-Shillinge mehr. Die Folgen spürten vor allem die Ärmsten sofort – über Nacht verteuerten sich Grundnahrungsmittel, Medikamente und Transport. Somalia ist eines der Länder weltweit, die am stärksten von Überweisungen abhängig sind. Die Diaspora schickt jährlich Milliarden – vor allem in Dollar, was dazu führt, dass die ganze Wirtschaft von der amerikanischen Währung abhängig ist.
Ein Wechselhändler erzählt in diesem Guardian-Artikel, dass er nun täglich kilometerweit zur Arbeit läuft, weil er mit Shilling nicht mehr in den Bus kommt. Eine Gemüsehändlerin berichtet, dass Bauern nur noch Mobile-Money-Zahlungen akzeptieren – und Gemüse damit noch teurer wird, in einem Land, das ohnehin unter Dürre und Hunger leidet. Der Text zeigt, wie „Dollarisation“ und Mobile Money Menschen ausschließen, die am Ende nur noch wertlose Scheine in der Hand halten.
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| Ein Land, das Millionen ernähren könnte |
Ein neuer Bericht von World Vision bietet eine andere Perspektive auf den Krieg im Sudan: als Zusammenbruch eines Landes, das eigentlich über enormes landwirtschaftliches Potenzial verfügt. Bis vor drei Jahren sicherten großflächige Anbausysteme Ernten und Einkommen. Nun werden sie durch Krieg, zerstörte Infrastruktur und unterbrochene Handelswege in Schutt und Asche gelegt.
Der Bericht führt verschiedene Befunde zusammen, darunter auch Erkenntnisse aus Satellitenanalysen. Seit Beginn des Konflikts sind fast 40.000 km² landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört worden. Gleichzeitig eskalieren Vertreibung und Hunger: Millionen von Menschen fliehen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes, darunter viele Kinder. Ein großer Teil der Bevölkerung ist von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. 4,2 Millionen Kinder sowie schwangere und stillende Mütter leiden unter akuter Unterernährung – während ein Großteil des Gesundheitssystems nicht mehr funktioniert.
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Die digitale Impactpool Karrieremesse „Career pathways in Global Development Across Latin America and the Caribbean 2026“ findet am 24. September von 14-19 Uhr MESZ statt. Sie vernetzt Fachkräfte aus Lateinamerika und der Karibik mit internationalen Impact-Organisationen. Die Teilnahme ist kostenlos, setzt jedoch neben einer LAC-Staatsbürgerschaft mindestens drei Jahre internationale Berufserfahrung, einen Masterabschluss (Bachelor möglich bei zusätzlicher Berufserfahrung) und entsprechende Sprachkenntnisse voraus. |
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Der Nordic-Africa EV Summit findet vom 14.-16. September in Addis Ababa, Äthiopien, statt. Afrikanische und europäische Entscheidungsträger*innen aus Politik, Industrie, Energie, Finanzierung und Transport vernetzen sich dort und sprechen über die Umsetzung von E‑Mobilität in Afrika. |
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