Hallo Max Mustermann,
das Leben in der Sahelzone, die sich von Senegal bis Eritrea erstreckt, war nie einfach. Es gibt wenig fruchtbares Land, die klimatischen Bedingungen sind schwierig. Die Länder der Region haben, seitdem sie ihre Unabhängigkeit in den 1960ern erlangt haben, viele Sicherheits- und humanitäre Krisen durchlebt. Terrorismus, wirtschaftlicher Niedergang, Kriminalität und die fortschreitende Klimakrise verstärkten sich gegenseitig.
Wenige Ereignisse aus dieser Weltgegend treten im Detail nach außen. Von der beispiellosen Anzahl an Militärputschen im „Putschgürtel“ von Guinea bis Sudan seit 2020 haben viele zwar gehört. Zwischen Bildern von bewaffneten Männern in Tarnkleidung, die auf Ladeflächen von Pick-ups über staubige Pisten rasen, verschwinden aber in der internationalen Berichterstattung oftmals Folgeentwicklungen, tiefergehende Analysen der Gründe und menschliche Schicksale.
Dabei haben die Konflikte in der Sahelregion direkte Auswirkungen auf Migration und Lieferketten etwa für kritische Rohstoffe weltweit. Während Europa zunehmend an Glaubwürdigkeit verliert, bauen insbesondere Russland und China hier ihren Einfluss aus.
Wussten Sie etwa, dass die malische Hauptstadt Bamako und andere Städte im Süden des Landes seit nunmehr einem Jahr de facto unter einer Benzinblockade durch die dschihadistische Gruppierung Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM), einem Al-Quaida-Ableger, steht? Die rund 1000 Tankwagen, die Bamako bis Juli 2026 erreicht haben, konnten die Blockade unter anderem deshalb durchbrechen, weil sie von Russlands „Africa Corps“ – und zunehmend auch von türkischen Drohnen – begleitet wurden.
Auch anderswo steht Russland den Militärjuntas zur Seite und füllt die Lücke, die entstanden ist, nachdem die antikoloniale Stimmung gegen Frankreich auch die letzten französischen Soldat*innen nach Hause befördert hat. Ende August putschte eine Gruppe des nigrischen Militärs gegen die regierende Junta. Russland behauptet, geholfen zu haben, den Aufstand zu beenden.
Wobei Russland offensichtlich nicht helfen kann: Den Militärregierungen von Niger bis Burkina Faso gelingt es nicht, ihre Versprechen, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen, einzuhalten. Wie die beiden Expertenstimmen in unseren Deep Dives ausführen, sind weitere Unruhen vorprogrammiert, wenn die Kernprobleme der Sahelzone nicht von verlässlichen Regierungen angegangen werden, denen das Wohl aller gesellschaftlichen Gruppen der Region am Herzen liegt. Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu. |
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Herzliche Grüße,
Katharina Otieno Redakteurin bei E+Z |
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© picture alliance/Hans Lucas/Samir Maouche
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„Die Sahelstaaten müssen Frieden mit ihren Randgebieten schließen“
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Die Menschen in der Sahelzone sind aufgrund anhaltender Konflikte gezwungen, ihre traditionellen Strategien zur Bewältigung des Klimawandels aufzugeben, sind jedoch gleichzeitig nicht in der Lage, neue zu entwickeln. Unterdessen wird der Klimawandel als bequeme Ausrede für politisches Versagen missbraucht. Was die Region tatsächlich braucht, ist, dass die Regierungen sich mit Fragen des Landbesitzes und der Sicherheit sowie Mobilitätsstrategien für ihre Bevölkerung befassen, erklärt der politische Geograf Kamal Donko im Interview.
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© picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Boubacary Bocoum
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Warum militärische Lösungen in der Sahelzone immer wieder scheitern
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Wie überleben wir die Klimakrise?
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Menschen weniger erreichten 20 deutsche zivilgesellschaftliche Entwicklungsorganisationen in den vergangenen drei Jahren. Grund dafür sind die aktuellen Kürzungen der deutschen öffentlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, wie der Dachverband VENRO berichtet. Die Zahl für alle 150 VENRO-Mitgliedsorganisationen dürfte deutlich höher liegen. „Die Folgen beschränken sich nicht auf wenige Projekte oder Fördervolumina. Vielmehr beobachten die Organisationen eine strukturelle Schwächung des gesamten Systems internationaler Zusammenarbeit, deren wahre Folgen zeitversetzt sichtbar werden“, so VENRO.
Der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), aus dem zuletzt etwa 40 % der deutschen öffentlichen Entwicklungsleistungen (ODA) stammten, wird indes im kommenden Jahr voraussichtlich erneut schrumpfen. Der Entwurf des Bundeshaushalts 2027 sieht eine Kürzung von derzeit etwa 10 Milliarden Euro auf etwa 9,5 Milliarden Euro vor. Im Jahr 2023 standen dem BMZ noch mehr als 12 Milliarden Euro zur Verfügung. Der Etat für humanitäre Hilfe wurde seit 2022 von mehr als 3 Milliarden Euro auf etwa eine Milliarde Euro gekürzt.
Mitte September übergaben mehrere deutsche Entwicklungsorganisationen eine Petition mit rund 100.000 Unterschriften an Abgeordnete des deutschen Bundestags, um ein Zeichen gegen die Kürzungen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe zu setzen.
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Die UN-Generalversammlung hat eine Resolution verabschiedet, die die Einführung einer Weltkarte vorsieht, welche die tatsächlichen Größenverhältnisse der Kontinente besser widerspiegelt. Die von Togo und weiteren Staaten der Afrikanischen Union eingebrachte Resolution zielt insbesondere darauf ab, die Größe des afrikanischen Kontinents präziser darzustellen. Die bislang weit verbreitete Mercator-Projektion, die im 16. Jahrhundert für europäische Seefahrer entwickelt wurde, verzerrt die Größenverhältnisse durch die Art, wie die gekrümmte Erdoberfläche auf eine flache Karte übertragen wird: Regionen in Polnähe erscheinen übergroß, während äquatornahe Regionen kleiner wirken, als sie sind.
Jetzt, da Afrika auf der Karte größer erscheint, könnte es dem U.S. Department of State (beziehungsweise der dort eingesetzten KI) zukünftig vielleicht auch leichter fallen, afrikanische Staatsgebiete auf Präsentationsfolien den richtigen Ländern zuzuordnen, nachdem auf der AIDS 2026 Conference in Rio de Janeiro im Juli eine stark verzerrte, KI-generierte Karte von Afrika, auf der alle hervorgehobenen Länder falsch beschriftet und eingeordnet waren, zum Einsatz gekommen ist. Gegen diesen Optimismus spricht jedoch, dass die USA als einzige Nation gegen die nicht verbindliche Resolution gestimmt haben. |
| Was uns außerdem interessiert hat |
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Welche Frisur braucht man, um einen Job zu bekommen?
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Die Art und Weise, wie das Haar auf dem Kopf einer Person wächst, sollte eigentlich keinen Einfluss darauf haben, wie gut man diese Person in Mathematik einschätzt, oder ob man sie für eine bestimmte Stelle für geeignet hält. In diesem Artikel im „Guardian“ – Teil der sehr empfehlenswerten Serie „Cotton Capital“ – zeigt Nadine White, dass das Haar schwarzer Menschen jedoch nach wie vor durch die Brille kolonialer Vorstellungen von „Ordentlichkeit“ betrachtet wird; sei es in Schulen in Ghana, Jamaika und Trinidad oder in britischen Klassenzimmern und am Arbeitsplatz. Der Artikel wechselt zwischen aktuellen Fällen und solchen aus der fernen Vergangenheit: von Schüler*innen in den USA, die wegen ihrer Afros oder Dreadlocks aus dem Unterricht gezogen wurden, bis hin zur erzwungenen Rasur von Versklavten als Mittel der Demütigung. Hier geht es nicht um Frisuren als Lifestyle-Entscheidung, sondern um Macht, Konformitätsdruck und die Frage, wer bestimmt, was beispielsweise als „professionell“ gilt. Die gute Nachricht ist, dass sich die Dinge ändern. Beispiele dafür sind neue, tolerantere Vorschriften in der Karibik, Initiativen wie der „Halo Code“ im Vereinigten Königreich sowie der „Crown Act“, mit dem Kalifornien 2019 als erster US-Bundesstaat die Diskriminierung aufgrund natürlicher Frisuren verbot. |
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| Abkehr von chemischen Düngemitteln: ein ganzheitlicherer Ansatz |
Die jüngste Sperrung der Straße von Hormus hat zu einer Verknappung der weltweiten Düngemittelvorräte geführt, die ähnliche Befürchtungen weckt wie während der weltweiten Nahrungsmittelkrise von 2008. Afrikanische Regierungen haben versucht, diese Krise durch die Bereitstellung von Ersatzvorräten für Landwirt*innen über alternative Bezugsquellen und staatliche Subventionen abzufedern. Solche Maßnahmen haben sich jedoch als ineffektiv und kostspielig erwiesen, und sie tragen nicht zuverlässig dazu bei, den Hunger zu bekämpfen und die Ernährungssicherheit zu erhöhen.
Bessere Ergebnisse hat dagegen die Agrarökologie erzielt – ein Ansatz, der landwirtschaftliche, wirtschaftliche und Nachhaltigkeitsprinzipien miteinander verbindet. In Ländern wie Brasilien und Senegal hat sie bereits zu höheren Ernteerträgen und höheren Einkommen für Landwirt*innen geführt. Ihre Anwendung nimmt laut diesem Al Jazeera-Beitrag zu: Bauernverbände, die diese Methoden fördern, unterstützen mittlerweile Tausende von Landwirt*innen in Ländern Nord- und Westafrikas.
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| Krankensystem statt Gesundheitssystem? |
Mehr Geld für Gesundheit heißt noch lange nicht bessere Gesundheit. Genau hier setzt Ricardo Baptista Leite, Arzt, Ex-Parlamentarier in Portugal und Chef von HealthAI, mit einer unbequemen Diagnose an: Viele Systeme im globalen Norden seien in Wahrheit keine Gesundheitssysteme, sondern „disease systems“ – Apparate, die erst reagieren, wenn Menschen bereits krank sind. Teuer, ineffizient und auf Dauer kaum tragfähig. Dieser Devex-Text beschreibt sein Rezept für Länder des Globalen Südens: Diese sollten hier nicht aufholen, indem sie einfach dieselben Fehler kopieren. Im Gegenteil, Länder ohne schwerfällige Altstrukturen könnten Prävention, Lebensqualität und Technologie viel stärker ins Zentrum stellen – und damit womöglich das bessere Modell bauen.
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In unregelmäßigen Abständen stellen wir in dieser Rubrik kleine Projekte vor, die auf Gemeindeebene etwas bewegen – denn wirkungsvolles Engagement vor Ort ist ebenso wichtig wie große internationale Entscheidungen.
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Die Organisation PALPER arbeitet in der Provinz Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Dort unterstützt sie Menschen, die von Armut, Gewalt und Krisen besonders stark betroffen sind. Ihr Ansatz ist breit: PALPER engagiert sich in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Wasser- und Sanitärversorgung, Schutz vulnerabler Gruppen, Nothilfe, Umweltschutz, Mikrofinanzierung und Forschung. Ziel ist es, die Lebensbedingungen von Familien in schwierigen Situationen dauerhaft zu verbessern und ihre Widerstandskraft gegenüber Katastrophen zu stärken. PALPER wurde von Menschen aus Nord-Kivu vor mehr als zehn Jahren gegründet und ist nach wie vor eng in der Region verankert. Aktuell sucht die Organisation internationale Partner, die ihre Arbeit fachlich oder finanziell unterstützen.
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Der Europäische Ausschuss der Regionen bietet im Rahmen der Spring Session des Cicero-Programms fünfmonatige Vollzeitpraktika in Brüssel vom 16. Februar bis zum 15. Juli an. Praktikant*innen erhalten eine monatliche Vergütung von etwa 1.538 Euro sowie Unterstützung für Reise- und Mobilitätskosten. Die Bewerbung setzt einen abgeschlossenen Bachelor- oder vergleichbaren Hochschulabschluss beziehungsweise mindestens drei Jahre Hochschulausbildung sowie fließende Kenntnisse einer EU-Sprache und ausreichende Englisch- oder Französischkenntnisse voraus. Bewerbungsfrist: 1. Oktober
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Das SSN Media Fellowship unterstützt Mitglieder des Scholars Strategy Network, die neu in der Medienarbeit sind, bei der Vermittlung ihrer Forschung über verschiedene Kanäle, wie Fernsehen, Radio, Printmedien, Gastbeiträge und soziale Medien. Die Fellows treffen sich im akademischen Jahr 2026–2027 etwa fünfmal mit erfahrenen Mentor*innen. Für die Bewerbung sind ein Lebenslauf sowie Ausführungen der Forschung, Motivation und Interessen erforderlich.
Bewerbungsfrist: 21. September
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