Hallo Max Mustermann,
wir leben in einer Welt, in der Sie, wenn Sie genug Geld haben, mit Ihrer Yacht durch die blockierte Straße von Hormus fahren können, ohne dass man auf Sie schießt. Sie können auch einige der wichtigsten Börsenindizes der Welt dazu bringen, die Regeln zu ändern, sodass Ihre Firmenaktie schneller aufgenommen wird. Die Rede ist von Alexei Mordaschow, russischer Oligarch und Putin-Freund, und natürlich von Elon Musk, südafrikanisch-kanadisch-US-amerikanischer Oligarch und – zumindest zeitweise – Trump-Verbündeter. Die beiden sind Paradebeispiele für Personen, die in der Lage sind, außerordentlichen Reichtum in Macht und Macht wiederum in Reichtum umzuwandeln. So definieren David Lingelbach und Valentina Rodríguez Guerra vom Zentrum für Oligarchenforschung in ihrem neuesten E+Z-Beitrag Oligarch*innen.
Oligarchen wie Musk und Mordashow sind es, die zunehmend unsere Welt bestimmen. Sie wollen uns glauben machen, dass sie über den Regeln stehen und unaufhaltsam sind. Dass dem nicht so sein muss, zeigt zum Beispiel Namibia. Im März hat die namibische Regulierungsbehörde den Antrag von Musks Satellitendienst Starlink auf Erteilung einer Betriebserlaubnis abgelehnt. Namibia verlangt nämlich, dass mindestens 51 % von Telekommunikationsunternehmen in lokaler Hand sein müssen. Auch Südafrika verweigert Starlink zurzeit noch die Zulassung, weil das Land vorschreibt, dass Netzbetreiber mindestens 30 % Eigentum in den Händen historisch benachteiligter Südafrikaner*innen nachweisen müssen. Musk bezeichnet diese Reglungen immer wieder als „offen rassistisch“.
Um die Ausbreitung des Oligarchentums zu verhindern, hilft es also manchmal schon, an Prinzipien festzuhalten – etwa an demokratischen oder rechtsstaatlichen. Für Südafrika, Namibia und andere Lädner bleibt zu hoffen, dass sie alternative Wege finden, ihre Bevölkerung ans Internet anzuschließen – und nicht doch eines Tages ihre bewährten rechtsstaatlichen Prinzipien dem schnellen technologischen Fortschritt opfern.
Wir freuen uns über Ihre Meinung, Anregung oder Kritik: euz.editor@dandc.eu |
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Herzliche Grüße,
Katharina Otieno Redakteurin bei E+Z |
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© picture alliance / ZUMAPRESS.com / Gina M Randazzo
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Ein Schritt weiter in Richtung „Muskismus“
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© picture alliance/dpa/TASS/Yuri Smityuk
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Wir leben in der Weltordnung der Oligarchen. Was können wir tun?
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| Wie junge Unternehmen Wandel gestalten |
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Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen und Gewerkschafter*innen wurden vorläufigen Zahlen zufolge 2025 weltweit getötet oder entführt. Die Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie vor zehn Jahren – und steht somit exemplarisch für eine Reihe alarmierender Entwicklungen, die aus dem Human Rights Count 2026 des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR) hervorgeht.
Gleichzeitig attestiert das OHCHR mittlerweile jedem zweiten UN-Mitgliedsstaat Nationale Menschenrechtsinstitutionen, die vollumfänglich den internationalen Standards entsprechen. Zumindest auf rein institutioneller Ebene führt sich damit ein seit 2015 anhaltender positiver Trend fort.
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Kenia hat sich innerhalb Afrikas zu einem Vorreiter im Bereich der sauberen Energie entwickelt. Das Land hat den Zugang zum Stromnetz in etwas mehr als einem Jahrzehnt bereits um 42 % gesteigert und dabei dafür gesorgt, dass der Großteil des Stroms aus nicht-fossilen Energiequellen wie Geothermie und Wasserkraft stammt.
Dies ist jedoch nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer umfassenderen Integration erneuerbarer Energien. Schwankende erneuerbare Energiequellen (Variable Renewable Energy, VRE) wie Wind- und Solarenergie machen bislang nur einen kleinen Teil der Stromerzeugung des Landes aus. Um deren Unvorhersehbarkeit und standortbedingte Einschränkungen auszugleichen, sind eine ausreichende Netzflexibilität und eine entsprechende Infrastruktur unerlässlich. Kenia befindet sich derzeit in der Mitte des sechsphasigen Rahmenplans der Internationalen Energieagentur, der es dem Land ermöglichen soll, die Zukunft seiner Energieversorgung besser zu sichern.
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| Was uns außerdem interessiert hat |
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Claudia Sheinbaums Erfolgsrezept
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Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum trat 2024 ihr Amt an und erfreut sich nach wie vor einer hohen Zustimmungsrate von rund 70 % im Land. Wie hat sie das geschafft? Ein Longread von Rachel Nolan im Guardian liefert einige Anhaltspunkte, angefangen mit der Tatsache, dass Sheinbaum die politische Protegé ihres beliebten Vorgängers Andrés Manuel López Obrador ist. Sie versprach, dessen Politik fortzusetzen. Ihre Partei, Morena, legt den Schwerpunkt auf Sozialausgaben und Maßnahmen zugunsten der Arbeitnehmer*innen: López Obradors Sozialpolitik hat 13,4 Millionen Menschen aus der Armut befreit. Sheinbaum setzt diesen Kurs fort. Zwei Beispiele: Sie erhöhte den Mindestlohn um 13 % und unterzeichnete Anfang 2026 ein Dekret zur Einführung einer allgemeinen Gesundheitsversorgung. Sheinbaum wird auch dafür gelobt, wie sie bisher mit Mexikos schwierigem Nachbarn umgegangen ist: den USA unter Präsident Donald Trump.
In Mexiko läuft immer noch vieles schief: Ein Ende des Drogenkriegs ist nicht in Sicht, und bei den Ermittlungen zu verschwundenen Personen gibt es keine wirklichen Fortschritte. Aber für viele Wähler*innen sei es „sinnvoller, den Blick nicht auf ein hartnäckiges Problem zu richten, sondern auf den Lkw in den Farben von Morena, der in ihre abgelegene Stadt fährt, um dort kostenlos Solaranlagen zu installieren“, wie Rachel Nolan es formuliert. |
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Weltwissen zum Download: mehr als zehntausend Medien-Titel aus dem Globalen Süden
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Hinter Commbox steckt eine ziemlich beeindruckende Fleißarbeit: 30 Jahre Materialsammlung zu Medien und Kommunikation aus dem Globalen Süden – jetzt online verfügbar unter commbox.org. Dort lassen sich aktuell rund 17.000 Titel kostenlos herunterladen. Laut Betreibenden wird das Angebot von User*innen aus über 140 Ländern genutzt. Vielfältige Themenbereiche wie „Community & Citizen Media“, „Conflicts, Peace & Media“, „Disinformation & Misinformation“ und „Press Freedom“ vereinfachen die Suche. Praktisch für Eilige: zehn Filteroptionen liefern schnell einen Überblick pro Thema. Nächster Schritt: Partnerorganisationen aus dem Globalen Süden sollen eigene „Special Collections“ aufbauen – Lateinamerika ist mit zwei Universitäten und einem Forschungszentrum bereits dabei, Afrika und Asien sollen folgen. Übrigens: Auch Themenausgaben von E+Z zu Medien und Digitalisierung lassen sich über Commbox finden. An dieser Stelle wiederholen wir gern den Hinweis, dass Sie alle E+Z-Ausgaben der vergangenen Jahre kostenlos über unser Archiv herunterladen können.
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| Echte Gespräche statt Panels |
Wer bei „Entwicklungspodcast“ an wohlmeinende Podiumsrunden denkt, ist hier falsch. In „Theory of Change“ spricht Devex-Reporter Michael Igoe jede Woche mit genau einer Person – und zwar so, dass es wirklich um die Mechanik globaler Veränderung geht: Macht, Politik, Geld, Einfluss und Ideen. Gästeliste: Leute aus Philanthropie, Außenpolitik, Tech, Finanzen, Medien und humanitärer Hilfe. Neue Folgen erscheinen jeden Dienstag.
Neulich war etwa der bekannte Ökonom und Entwicklungshilfe-Kritiker William Easterly zu Gast und beleuchtete die seit Langem bestehende Spannung zwischen Entwicklung und individuellen Rechten. Easterly kritisiert nicht nur spektakulär gescheiterte Anti-Poverty-Megaprojekte, sondern vor allem das bekannte Muster dahinter: Expert*innen exportieren ihre Visionen und planen über die Köpfe von Ländern und Communities hinweg. Easterly kennt diese Rolle aus eigener Erfahrung.
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| In unregelmäßigen Abständen stellen wir in dieser Rubrik kleine Projekte vor, die auf Gemeindeebene etwas bewegen – denn wirkungsvolles Engagement vor Ort ist ebenso wichtig wie große internationale Entscheidungen. |
Helping Hands 4 Africa ist eine ehrenamtliche Community-Organisation aus Uganda. Sie arbeitet mit besonders benachteiligten Gruppen – vor allem mit Waisen und anderen gefährdeten Kindern – und verbindet praktische Hilfe mit langfristigen Ansätzen. Im Fokus stehen Bildungsprogramme, Gesundheit sowie WASH (Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene), Menschenrechte und sexuelle und reproduktive Gesundheit. Außerdem unterstützt die Organisation Menschen mit Behinderungen, Frauen, ältere Menschen und Jugendliche und setzt sich für Landwirtschafts- und Umweltprojekte ein.
Damit die Arbeit wachsen kann, sucht Helping Hands 4 Africa Partnerorganisationen und Einzelpersonen, um gemeinsam Projekte umzusetzen. Konkret geht es um Unterstützung bei Fundraising-Aktionen, Hilfe beim Zugang zu Fördermitteln, Kontakte zu Freiwilligen sowie um Spenden und Sachbeiträge für Programme vor Ort.
Kontakt: banuganda2k@gmail.com
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Der Effective Advising Course von Interpeace vom 22. bis 27. November stärkt die Fähigkeit von Berater*innen in den Bereichen Friedensförderung, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe in komplexen, unvorhersehbaren und oft polarisierenden Kontexten wirksam zu arbeiten. Mit Fokus auf die persönlichen und zwischenmenschlichen Dimensionen von Beratung umfasst der Kurs einen fünftägigen Workshop sowie drei Live-Online-Sessions (vor und nach dem Kurs), ergänzt durch Lektüre und individuelle Vorbereitung.
Bewerbungsfrist: 24. Juli
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Der Inclusive Learning Design Course von UNITAR ist ein kostenloser Online-Kurs, der Lern- und Trainingsverantwortliche dabei unterstützt, barrierefreie und inklusive Trainings zu konzipieren. Im Fokus steht, Geschlechtergerechtigkeit, Inklusion von Menschen mit Behinderungen und das „Do no harm“-Prinzip über den gesamten Trainingszyklus hinweg zu berücksichtigen. |
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